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Matthias Kehle Farben wie Münzen Gedichte
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Matthias Kehle
Drahtamseln Gedichte
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Rezension NZZ |
Matthias Kehle, geboren 1967, lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Karlsruhe. Er studierte in Heidelberg und Karlsruhe Germanistik und Soziologie, 1994 bis 2001 Soziologe an der Karlsruher Universität. Wissenschaftliche Publikationen. Seit 1987 zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in Zeitschriften, Anthologien und im Rundfunk, mehrere Bücher, Herausgebertätigkeit. Daneben Reportagen, Feuilletons und Kritiken in vielen Tageszeitungen und Magazinen.
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Matthias Kehle
Vorübergehende Nähe Gedichte
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Matthias Kehle, geboren 1967, lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Karlsruhe. Er studierte in Heidelberg und Karlsruhe Germanistik und Soziologie, 1994 bis 2001 Soziologe an der Karlsruher Universität. Wissenschaftliche Publikationen. Seit 1987 zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in Zeitschriften, Anthologien und im Rundfunk, mehrere Bücher, Herausgebertätigkeit. Daneben Reportagen, Feuilletons und Kritiken in vielen Tageszeitungen und Magazinen. Matthias Kehle erhielt für seine Gedichte das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg.
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Matthias Kehle
Farben wie Münzen Gedichte
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Rezension Badisches Tagblatt |
Nachwort zu «Farben wie Münzen» von Walter Helmut Fritz «Über Gedichte ist schwer reden. Schwer für den Undichterischen, schwerer für den Dichterischen. Und zu wem? Wer selbst mit Gedichten Umgang hat, will nicht belehrt sein. Wer ihn nicht hat, ist kaum zu belehren. Bedarf das stille Wirken eines Gedichts unter den Menschen solcher Auslegungsversuche?» So beginnt Max Kommerells Buch «Gedanken über Gedichte». Mit der Mitteilung von Erfahrungen, mit Fragen. Wer Gedichte schreibt oder liest, wird die Sätze als richtig empfinden. Die Gedichte von Matthias Kehle bedürfen gewiß keiner «Auslegungsversuche». Ihr «stilles Wirken» verdankt sich ihren vergleichsweise unauffälligen Wahrnehmungen. Eines heißt «Alter Winzer»: Bei der Weinlese sitzt er
Später geht er
Man sieht, Matthias Kehle läßt viel von dem weg, was man über den alten Mann sagen könnte. Und doch ist das Ausgelassene anwesend in den beiden unscheinbaren Worten «noch dabei», die für den dafür empfänglichen Leser Gefühle, Einsichten, Vorstellungen zur Schwingung bringen, ohne daß diese eigens ausgesprochen werden. Mit wenigen Strichen entsteht der andeutende Umriß eines Menschen. Kehle bevorzugt Strophen, deren wesentliches Kennzeichen – bei aller Klarheit des Gesagten – Verschwiegenheit ist. Er notiert scheinbar Beiläufiges, etwa die «schnell trocknende Feuchtigkeit/ des eben gewischten Tisches». Handelt es sich in diesen Zeilen gleichsam um eine Nachschrift der Realität, so zeigt sich an anderer Stelle – wieder kommt ein Tisch in den Blick – daß Phantasie eine überraschende Sicht ermöglicht, wenn etwa davon die Rede ist, «wie die Kirschen/ entlangspazieren an der Tischkante». Es sind überwiegend einfache Vorgänge, die Kehles Aufmerksamkeit herausfordern. Überzeugend ist ihre Darstellung, wenn sie sich zu einem prägnanten Bild verdichtet, zum Beispiel in diesen Versen: Straßenbeleuchtung –
Eine Beobachtung. Sie wird durchsichtig auf die Tatsache hin, daß auch wir immer wieder von unseren Schatten, von Schatten überhaupt, überholt werden; daß wir – in den verschiedensten Weisen – mit ihnen zu tun haben; daß wir mit den Bedrohungen, für die sie stehen, leben müssen; daß wir die Bodenlosigkeiten nicht außer acht lassen können, über denen Dasein sich vollzieht, auch wenn das sprechende Ich zu sich sagt: Du gehst als hättest du
Walter Helmut Fritz
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