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Richard Dove Am Fluß der Wohlgerüche
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Richard Dove
Straßenbahn, Hiroshima Gedichte
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Sommermorgen, drückende Schwüle, Gequake von Fröschen
In den Reisfeldern. Diesig, Konturen sind nicht zu erkennen. Glitzernde Blätter im Garten, ein Haiku von Altmeister Bashō, Eines Flugzeugs Motorenlärm und Zikadengesurre. Äquivalénz / spréng / kráft: Molossós für stärkere Nerven … Im Fall Uran rund zweihundert MeV/Spaltereignis … Bei der Abbremsung der Spaltbruchstücke entsteht Energeia: Ist n größer als 1, werden aus dieser ersten Spaltung Neue Spaltneutronen freigesetzt, die dann auch weitre Reaktionen auslösen; in nur einer Millisekunde Schaukelt sich, gleichsam lawinenartig, dieser Effekt hoch … «Beispiellos wäre, erhaben schön, die Wirkung zu nennen.» Pornographie? «Wir alle sind nun Hurensöhne.» Hinter der Gartenmauer blitzt plötzlich ein schreiendes Licht auf, Wie eine zweite Sonne doch stärker, gewaltiges Blitzlicht, Gelblichweiß, magnesiumweiß, und die Steinlaterne, Die dem Mond keine Konkurrenz ja bieten darf, leuchtet – Offenbarung zum Frühstück – geradezu apokalyptisch. Daidai, saure Orange, im Garten: Die eine Seite, Dem Epizentrum am nächsten, ist gleich nur noch bittere Schlacke; Sandstein-Buddha, das linke Auge, die linke Wange Schwarz, wie von einem Napalmklümpchen jäh angefallen.
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Richard Dove
Syrische Skyline Gedichte
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In seinem vierten Gedichtband nimmt Richard Dove mit auf eine Fahrt durch das unwegsame, verminte Terrain unserer Zeit – der Zeit nach den Anschlägen des 11. September 2001. «Weitab wütet in wenigen Köpfen / der Kampf der Kulturen» heißt es im Gedicht Budapest ’06 in polemischer Wendung gegen gewisse westliche Kulturideologen; und darum wird in diesen geographisch weit ausgreifenden Gedichten immer wieder zu Verständigung, zu Versöhnung, zum genauen Beobachten aufgerufen.
Sie hat nicht den brutalen Chic von New York City –
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Richard Dove
Am Fluß der Wohlgerüche Gedichte
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| Rezension NZZ |
Richard Dove, 1954 in Bath geboren, wuchs in Südengland auf. Studium der Germanistik und Romanistik an der Universität Oxford (Promotion über August von Platen), Lehrtätigkeit an den Universitäten Exeter, Regensburg und Wales. Seine frühen englischsprachigen Gedichte sind im Band Aus einem früheren Leben. Gedichte Englisch – Deutsch (2003) versammelt. Seit dem Umzug nach München im Jahr 1987 schreibt er seine Lyrik weitestgehend auf deutsch und übersetzt deutschsprachige Lyriker und Lyrikerinnen ins Englische (u.a. Ernst Meister, Friederike Mayröcker, Reiner Kunze, Michael Krüger, Joachim Sartorius, Ludwig Steinherr). Daneben Tätigkeit als Literaturkritiker, Rezensent und Herausgeber (u.a. von Friedrich Rückert und Michael Hamburger).
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